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DIE GROSSE INSEL FEUERLAND ODER EINFACH FEUERLAND, IST EIN GEBIET, WO NUR SCHWER ZU UNTERSCHEIDEN IST ZWISCHEN MYTHOS UND WAHRHEIT, REINER LEGENDE UND OBJEKTIVER WAHRHEIT. WAHRSCHEINLICH IST ES GERADE DIESE UNGEWISSHEIT, DIESE GEHEIMNISVOLLE, FAST MAGISCHE ATMOSPHÄRE, VON DER DIE TOURISTEN ANGEZOGEN WERDEN. ¿IST ES MÖGLICH, DASS DER LEUCHTTURM AM ENDE DER WELT NICHT MEHR EIN PRODUKT DER PHANTASIE DES JULES VERNE IST UND SICH DORT IN REALITÄT VERWANDELT? IST ES VORSTELLBAR, DASS EINE ABGELEGENE INSEL, DIE VON EINGEBORENEN, GOLDSUCHERN, STRÄFLINGEN, MISSIONAREN UND SCHIFFS-BRÜCHIGEN BESIEDELT WAR, HEUTE EIN ZAUBERHAFTER ORT VOLLER UNBERÜHRTER WINKEL IST UND VON FREUNDLICHEN UND DIENSTFERTIGEN MENSCHEN BEWOHNT WIRD? IST ES MÖGLICH, DASS EINE INSELGRUPPE, DIE AUF DEN KARTEN DES VERGANGENEN JAHRHUNDERTS ALS TERRA AUSTRALIS INCOGNITA BESCHRIEBEN WURDE, HEUTE LEICHT ZU ERREICHEN UND ZUM TOR IN DIE ANTARKTIS GEWORDEN IST? MYTHOS ODER WIRKLICHKEIT, DIE ANTWORTEN AUF DIESE UND ANDERE FRAGEN FINDET MAN IN DEM SÜDLICHSTEN, NOCH BEWOHNTEN GEBIET DER ERDE, AM WIRKLICHEN "ENDE DER WELT", DAS PARADOXERWEISE EIN LEICHT ZUGÄNGLICHES UND GASTFREUNDLICHES LAND IST. ![]() ![]() |
Die Insel Feuerland ist vom Kontinent durch eine Meeresenge getrennt, die
den Atlantischen und Pazifischen Ozean miteinander verbindet, und wurde
im Jahre 1520 von Fernando Magallanes, einem im Dienste Spaniens
stehenden, portugiesischen Seefahrer entdeckt, der die erste
Weltumseglung unternahm und den Beweis erbrachte, daß die Erde rund
ist. Er starb allerdings, ohne es zu wissen. Die südliche Grenze, der Beagle-Kanal, trennt die Insel von den feuerländischen Kanälen und von der Antarktis. Der Kanal wurde nach dem Schiff benannt, mit dem der berühmte englische Naturforscher Charles Darwin dieses Gebiet erforscht und zwischen 1831 und 1836 die Erde umsegelt hat. Es war Magallanes selbst, der beim Anblick der großen Anzahl von Leuchtfeuern an der Küste die Insel Feuerland taufte. Diese Feuer rührten von den großen Lagerfeuern her, die die Bewohner dieses Gebietes, die Yamanas-Indianer, zum Schutz gegen die Kälte anzündeten. Dieser als "Kanu-Indianer" bekannte Stamm verbrachte einen Großteil seiner Tage mit der Jagd und dem Fischfang, und benutzte dazu Kanus, in denen auch Feuer mitgeführt wurde. Der Norden der Insel wurde von einer anderen ethnischen Gruppe bewohnt, den Onas oder Shelknam, die Jäger waren und eine interessante Mythologie besaßen. Eines der wertvollsten Zeugnisse über die Urbevölkerung der Insel finden wir in dem Wörterbuch der so reichen Yamana-Sprache, das von dem protestantischen Missionar Thomas Bridges verfaßt wurde, der mit seiner Familie als erster Siedler weißer Rasse in dieses Gebiet kam. Bridges lernte die Sprache der Eingeborenen und zeigte, daß eine friedliches Zusammenleben mit ihnen möglich war. Sein Sohn Lucas Bridges, 1874 in Ushuaia geboren, setzte den von seinem Vater eingeschlagenen Weg fort und hielt seine Erfahrungen mit den Ona- und Yamanaindianern in dem fesselnden und Zeugnis ablegenden Buch "Die letzte Grenze der Erde" fest. Die literarische Familientradition wird heute von Natalie Prosser de Goodall fortgesetzt, sie ist die Autorin einer der besten Reiseführer über Feuerland, mit ausgezeichneten Beschreibungen der faszinierenden Schönheit in naturbelassenem Zustand einer Insel, auf der alles vereint zu sein scheint, was die Natur an Schönem geschaffen hat. Die Nachkommen jener tapferen Pioniere leben heute auf der Hacienda Haberton, außerhalb von Ushuaia, heute Hauptstadt der Provinz Feuerland. Es ist gastfreundlicher Ort, wo der Besucher die Möglichkeit hat, eine südliche Estancia auch von innen kennenzulernen. Das Abenteuer und der erste Kontakt mit der außergewöhnlichen feuerländischen Landschaft beginnt bzw. entsteht, wenn das Flugzeug den Beagle-Kanal in Richtung Flughafen Ushuaia überfliegt. Außerdem kann dabei die ausgezeichnete Lage der Stadt gesehen werden. Es ist die einzige, westlich der Gebirgskette gelegene Stadt, eingebettet in eine maritimen-andine Umgebung, von wo aus der Besucher später von jeglichem Punkt aus im Umkreis von 360º eine Landschaft beeindruckender Schönheit bewundern kann. Bei einem Besuch des Museo del Fin del Mundo kann aufgrund der dort vorhandenen Zeugnisse nachempfunden werden, wodurch und von wem das Land im Laufe der Zeit geprägt wurde: Von den primitiven Eingeborenenkulturen, den aufopfernden Missionaren, die das Wort Gottes und Zivilisation ins Land brachten, den mutigen Siedlern, die zur Errichtung der ersten Ansiedlungen und deren späterem Wachstum beitrugen, den Goldsuchern, die solange ihr Glück versuchten, bis ihr Hirngespinst vorbei war, den Anthropologen, Naturforschern und anderen Forschern, die die Zeichen der Natur und der Prähistorie in diesem abgelegenen Winkel des Planeten zu deuten wußten, den Schiffsunglücken und Schiffbrüchigen, die sich den Umständen halber hier niederließen, und von so vielen anderen, die, ohne es zu wissen, bedeutende Protagonisten der Geschichte der Insel waren. Aber die, für die die Bezeichnung "Ende der Welt" tatsächlich ernste Bedeutung erlangte, waren die Strafgefangenen, die lange oder lebenslängliche Strafen in einem Gefängnis mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen und strenger Disziplin absitzen mußten. Die Anlage ist heute zu einer weiteren Touristenattraktion geworden. Ein großer Teil der Geschichte von Ushuaia ist mit diesem Gefängnis verbunden. Im Laufe der Zeit wurden einige der Gefangenen zu Arbeiten in der Stadt herangezogen, und nach ihrer Entlassung blieben sie hier und wurden zu freien Bürgern der Stadt. Mehr als das Ende der Welt zu sein, scheint in Feuerland eine neue Welt zu beginnen, in der die Landschaften alles Vorstellbare übertreffen, und der Besucher gefangengenommen wird von der Kraft der sich im unberührten Zustand befindlichen Natur mit seinen Gesetzmäßigkeiten, und wo aus der Erde Elemente hervorgebracht werden, die dem Leben und der Industrie Wärme und Kraft geben, wo der Schnee sich in Skipisten und Gletscher verwandelt, und diese wiederum zu kristallklaren Seen und Trinkwasser für die Menschen und zum Lebensraum für die von den Anglern und Gourmets sehr geschätzten Fische werden. Den Parque Nacional de Tierra del Fuego, eine wunderschönes Naturschutzgebiet der Insel, zu besuchen, gehört zu den besten Möglichkeiten, die verschiedenen Naturlandschaften kennenzulernen. In diesem nur 20 km von Ushuaia entfernt liegendem Schutzgebiet gibt es herrliche unberührte Gegenden, Seen, Bäche, Wälder und Küsten, die auf markierten Wegen entdeckt werden können. In dem einzigartigen Ökosystem dieses Parkes entstehen Toormoore, eine Art schwammiger Teppiche, die aus der Deskomposition der Schichten aus Wasserpflanzen, Farne und Moos entstehen, die sich in ehemaligen Sumpfgebieten konzentrieren und sich zurzeit im Verkohlungsprozeß befinden. Hier wächst auch eine sonderbare fleischfressende Pflanze, die kleine Drosera unifora, die sich von lebenden Insekten ernährt, dank ihrer verführerischen Früchte, an denen die Opfer klebenbleiben, bis sie gefressen werden. Diesen einzigartigen Vorgang kann man von den Wegen um die Laguna Negra aus beobachten. Zum Besuch des Parkes kann der Ferrocarril Austral Fueguino benutzt werden, ein eigentümlicher Schmalspurzug, der bis 1947 dazu diente, die Gefangenen zu den Holzschlageplätzen zu transportieren; die Baumstämme wurden später in das Sägewerk des Gefängnisses gebracht. Ein weiterer interessanter Ausflug führt bis zum Gletscher Martial, der in 10 km Entfernung der Stadt liegt. Zur Auffahrt wird ein Sessellift benutzt, von dem man einen herrlichen Blick über den Beagle-Kanal hat, und kommt dann auf einen Weg, auf dem nach einer Stunde Fußmarsch die Basis des Gletschers erreicht wird. Die südlichsten Skipisten der Welt liegen ebenfalls in der gleichen Gebirgskette Martial und in ihren Tälern, in denen vor allem Skilanglauf ausgeübt wird. Eine weitere, von den Touristen bevorzugte Attraktion sind die Ausflüge mit ozeantüchtigen Segelschiffen, Katamaranen oder luxuriösen Kreuzern. Vom Hafen Ushuaia aus kann man mit jedem dieser Wasserfahrzeuge bis zur pittoresken Insel Los Lobos fahren, den Beagle- Kanal bis zur Estancia Haberton durchqueren, von der Bucht Lapataia aus die Küste des Nationalparkes sehen und sogar in die feuerländischen Kanäle fahren - die als Labyrinth aus Inseln, Eisflächen und fjordähnlichen Meereseinbrüchen bekannt sind und sich im Süden des Beagle-Kanal befinden.Es werden sogar von Ushuaia, dem Hafen, der dem weißen Kontinent am nächsten liegt, Exkursionen mit großen Spezialschiffen in Richtung Antarktika unternommen. In diesem Gebiet gibt es noch viele andere attraktive Dinge, die sich lohnen, sie kennenzulernen. So zum Beispiel die nicht enden wollenden Tage, der längste ist der 21. Dezember, und die unendlich langen Nächte, wie die des 21. Junis, die die längste ist, oder ein Besuch der einsamen und so andersartigen Isla de los Estados, auf der ein bedeutendes Tierschutzgebiet mit autochthonen Tierarten liegt und der echte "Leuchtturm am Ende der Welt", der allerdings nicht mehr in Betrieb ist. Feinschmecker haben Gelegenheit, die köstlichen, nach Inselart hergestellten Gerichte zu probieren: Krebse und feuerländisches Lamm. Man kann auch günstig einkaufen, da es sich hier um ein zollfreies Gebiet handelt; Trekking- und Kajakausflüge unternehmen, angeln und durch die beeindruckenden Landschaften reiten, an der Fiesta de la Nieve oder Eco Ushuaia teilnehmen, letztere wird abgehalten, um weiterhin die Zusage zum Schutz der Umwelt zu fordern. Oder man erfüllt sich einfach nur den Wunsch, das südliche Ende der Welt kennenzulernen oder den Zusammenfluß der beiden Ozeane in einer einzigartigen und abgelegenen Gegend zu sehen und dort sogar das Wasser zu berühren. |
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